Der Sprachstil lässt tief blicken

//Der Sprachstil lässt tief blicken
Der Sprachstil

Der Sprachstil eines Menschen drückt sich dadurch aus, wie er seine Sätze zusammenbaut. Und in seiner Wortwahl. Andere ziehen daraus Schlüsse. Und auch Sie können dadurch etwas über Gesprächspartner erfahren. (Bild:  © Robert Kneschke / Fotolia)

Stellen Sie sich vor, dass Sie das erste Mal mit einem Unbekannten telefonieren. Es kann ein neuer Kunde sein, den Sie noch nicht kennen. Sie versuchen, ihn einzuschätzen. Haut er Ihnen Fachbegriffe um die Ohren, könnte er eine hohe Position in der Firma haben. Spricht jemand locker-flockig, ist es vielleicht ein Azubi. Oder die Social-Media-Mitarbeiterin.

Der Sprachstil kann auch privat von Interesse sein

Wenn Sie auf einer Party jemand kennen lernen: Achten Sie mal darauf, wie er oder sie spricht. Es sei denn, Sie sind beide voll. Interessieren Sie sich für die andere Person, hören sie gut zu. Wie geschliffen drückt sich die neue Bekanntschaft aus? Kommt er oder sie vielleicht aus einer bestimmten Region? Haben Sie beide ähnliche Lieblings-Wörter?

Der Sprachstil der „hohen Tiere“

Personen mit hohem Status haben Macht, Einfluss und Geld. Es gibt welche unter ihnen, die herumpoltern und dummes Zeug reden. Die per Twitter regieren. Es gibt aber auch noch einen anderen Typ. Den des stahlharten Top-Managers oder des unnahbaren Professors. Im Umgang mit anderen lassen diese „hohen Tiere“ kaum Gefühle erkennen. Es kommt ihnen hauptsächlich darauf an, respektiert zu werden.

Sie sprechen manchmal in Bandwurmsätzen. Oder im Zack-Zack-Stil. Wie auch immer: Sie streuen sie jede Menge Fach- und Fremdwörter ein. Viele von Ihnen wollen dadurch ihre hohe Bildung und ihren beruflichen Erfolg zeigen. Oder sie sind gedanklich so in ihrem Job, dass sie gar nicht mehr „normal“ sprechen können. Solche Leute wirken arrogant. Insbesondere dann, wenn andere sie nicht verstehen.

Der Sprachstil der „Netten“

Es gibt Menschen, die wollen von möglichst allen gemocht werden. Wohin sie auch kommen. Sie lächeln und lachen viel. Und sie reden darüber, wie sie sich gerade fühlen. Und sie sorgen dafür, dass alle alles verstehen. Sehr schnell sind sie beim „Du“ in der Anrede. Und meistens reden sie Umgangssprache. Oder in einem Slang, der in ihrem Umfeld angesagt ist. Mit Leuten, die ähnlich drauf sind, kommen sie sehr schnell in Kontakt. Schwierig wird es nur, wenn sie auf einen Manager-Typen treffen. Einen von den Distanzierten.

Wie Sie reden, muss zur Situation und Ihren Zielen passen

Manchmal kann es durchaus sinnvoll sein, andere Menschen auf Abstand zu halten. Stellen Sie sich vor, jemand labert Sie im Fitness-Studio dumm an. Er erklärt Ihnen die Übungen, obwohl Sie eine Trainer-Lizenz haben. Ihn können Sie durch Fachbegriffe aus der Sportwissenschaft abschrecken. Dann ist Ruhe.

In anderen Fällen ist es vielleicht besser, eine gute Beziehung zu ihm aufzubauen. Dann bleiben Sie nett. Reden Sie so, dass er Sie versteht. Bringen Sie ihn zum Lachen – und lachen Sie mit. Und, was noch besser ist: Zwischen diesen beiden Extremen gibt es viele Mischformen. Probieren Sie’s aus! (Birgit Lutzer)

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