Direkt aufs Maul oder hintenrum? Rivalität im Job

//Direkt aufs Maul oder hintenrum? Rivalität im Job
Rivalität

Rivalität im Beruf ist normal. Doch Männer und Frauen haben verschiedene Strategien, die Konkurrenz auszuschalten. Das sagen jedenfalls Sozialpsychologen. ( Bild: © DDRockstar / Fotolia )

Männer und Frauen haben eins gemeinsam – den Wunsch nach Anerkennung. Doch Männer streben die Alpha-Position angeblich ohne Rücksicht auf Verluste an, während Frauen mit dem Segen des ganzen Teams aufsteigen wollen. Stimmt das wirklich?

Der Mann blickt auf den Ranghöheren – die Frau in die Röhre

Männliche Karriereinteressenten orientieren sich zunächst am „amtierenden“ Alpha-Männchen. Sie fangen an, ihn in Kleidung, Auftreten und Verhalten zu imitieren. Auf Meetings oder anderen Versammlungen begeben sie sich in sein Geschwader. So oft wie möglich suchen sie Blickkontakt. Intensiv halten sie Ausschau nach zustimmenden oder ablehnenden Gesten des Chefs und versuchen, sich daran anzupassen.

Bei Frauen wird die Orientierung an einem Alpha-Weibchen schon allein deshalb schwierig, weil es ab einer gewissen Hierarchie-Ebene kaum noch Frauen gibt. Würde sich eine Mitarbeiterin wie ihre männlichen Kollegen stattdessen an ein Alpha-Männchen „hängen“, könnte dies falsch als erotisches Interesse ausgelegt werden. Schnell machen dann Gerüchte die Runde, sie wolle sich „nach oben schlafen“. Diese Möglichkeit entfällt also meistens.

Rivalität – Männer dominieren offen, Frauen versteckt

In Teamsitzungen zeigen sich oft folgende „männliche“ Verhaltensmuster: Jeder Anwesende strebt nach einem möglichst langen und eindrucksvollen Rede-Anteil. Dafür werden Rangniedere und Rivalen gern unterbrochen. Sobald sich eine Gelegenheit ergibt, Konkurrenten in schlechtem Licht erscheinen zu lassen, nutzen die meisten diese Gelegenheit. Beliebte Mittel sind das Hinterfragen, Abtun oder das Lächerlichmachen von Aussagen der anderen.

Bei Frauen gilt offenes Dominanzgebaren als „unschicklich“. Außerdem sind sie meist weniger geübt im Unterbrechen. Sie warten lieber ab, bis sich eine Redepause ergibt, um dort hineinzustoßen. Das Produzieren von Worthülsen, um sich Sprechanteile zu sichern, ist ebenfalls eher selten. Frauen versuchen stattdessen, mit besonders qualifizierten und in der Redezeit angemessenen Beiträgen zu punkten. Das Bloßstellen von anderen gehört jedoch auch zum häufig eingesetzten Verhaltens-Repertoire.

Männer protzen mit Status-Symbolen, Frauen setzen Rivalinnen herab

Ein dickes Auto mit Parkplatz in der ersten Reihe, ein Einzel-Büro mit schicker Assistentin und ebensolchem Chefsessel, teure italienische Markenschuhe – Männer demonstrieren ihren Status häufig offen nach außen. Psychologen begründen dies mit Erziehung und Sozialisation. Demnach prügeln sich rivalisierende Jungen eher, während Mädchen hinter dem Rücken von Rivalinnen lästern und Stimmung gegen sie machen.Selbst wenn die Frauen inzwischen in Hinsicht auf Status-Symbole nachziehen, gibt es auch noch das andere „Sandkasten-Muster“.

Ist eine Konkurrentin vermeintlich schöner, klüger, schlanker oder erfolgreicher, wird akribisch nach Schwachstellen gesucht. Und diese sind dann der Aufhänger für gehässige Sprüche vor Publikum wie „Also, in dem Röckchen würde ich ja frieren“ oder „Na, das wievielte Kuchenstück ist das denn?“ Auch die Kompetenz von Rivalinnen wird gern herabgesetzt zum Beispiel durch abwertende Kommentare hinter dem Rücken der Betreffenden. (Birgit Lutzer)

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