Durch Kontakte zum neuen Job

//Durch Kontakte zum neuen Job
Kontakte

Wie nützlich sind Ihre Kontakte für Ihr berufliches Fortkommen? In diesem Gastbeitrag des Business-Coachs Stéphane Etrillard geht es um Networking.

Viele Probleme können nur deshalb gelöst werden, weil Personen einander kennen und sich gegenseitig helfen. Durch ein Netzwerk erweitern sich die eigenen Möglichkeiten. Es gibt viele Arten der gegenseitigen Hilfe: Es kann zum Beispiel um einen Zugriff auf den Warenbestand des anderen gehen. Das ist der Fall, wenn Sie sich das Auto eines Kollegen ausleihen. Auch bei der Jobsuche lassen sich Kontakte nutzen. Zu den damit verbundenen Aktivitäten gehören u. a. die Vermittlung eines Ansprechpartners in einem Unternehmen und die Weiterempfehlung.

Kontakte aufzubauen dauert

Mit anderen aktiv in Verbindung zu treten, kann Überwindung kosten. Es ist jedoch absolut unerlässlich. Denn ein Netzwerk entsteht keinesfalls nebenbei. Es basiert auf Vertrauen und Gegenseitigkeit. Das bedeutet, sein Aufbau kann also Monate, manchmal sogar Jahre dauern. Hierbei dürfen Sie Ihre Kontakte niemals als reines Mittel zum Zweck betrachten. Menschen lassen sich nicht nach Lust und Laune ausnutzen und dort einsetzen, wo sie gerade gebraucht werden. Alle Netzwerke müssen behutsam und zielstrebig aufgebaut, schließlich aber auch sorgfältig gepflegt werden.

Schlägt Masse die Klasse?

Doch wie baut man ein Netzwerk auf? Social-Media-Portale wie XING, Linkedin und Facebook verführen dazu, wahllos Kontakte zu sammeln. Ein berufliches Netzwerk sollte nach bestimmten Kriterien aufgebaut werden. Alle Ihre Kontakte, ganz gleich, ob berufliche oder private, eignen sich generell dazu, ein Netzwerk zu knüpfen. Sozialpsychologen haben ermittelt, dass jeder Mensch persönliche Kontakte mit 500 bis 1000 Personen pflegt. Falls Ihnen die Zahl hoch vorkommen sollte, überlegen Sie kurz, aus welchen Bereichen Sie bestimmte Personen kennen:

  • Familie (enge und entfernte Verwandte, angeheiratete Personen nebst deren Familien, Freunde und Bekannte Ihrer Verwandten usw.)
  • über Ihren Ehe- oder Lebenspartner (Arbeitskollegen Ihres Partners; seine Verwandten, Freunde und Bekannten; Bekannte Ihrer Kinder und deren Eltern usw.)
  • aktueller und ggf. früherer Arbeitsplatz (Kunden, Kollegen, Vorgesetzte, Geschäftspartner, Lieferanten, Konkurrenten, Branchenverbände, Headhunter usw.)
  • Schul-, Ausbildungs- oder Studienzeit (Lehrer, Schulkameraden, ehemalige Kommilitonen, Professoren usw.)
  • aktuelle und frühere Wohnorte (Nachbarn, Vermieter, Lieferanten, Geschäfte, Handwerker, Ärzte usw.)
  • Hobby/Privatleben (Freunde, Vereinsmitglieder, Sportbekanntschaften, Gastronomen usw.)
  • Geschäftskontakte (Anwälte, Steuerberater, Versicherungsvertreter, Anlageberater usw.)
  • Mitgliedschaften (Parteimitglieder, Vereinsmitglieder, Angehörige von Organisationen und Verbänden usw.

Die Aufzählung ließe sich erweitern Doch Sie werden bereits jetzt erkennen, dass es Ihnen an möglichen Netzwerkpartnern gar nicht mangeln kann. Aus der genauen Ausgestaltung Ihrer Ziele ergibt sich, welche Personen für Sie von besonderer Bedeutung sind. Sie müssen gezielt nach Kooperationspartnern suchen und diese in Ihr Netzwerk einbinden.

Hilfreiche erste Fragen für Ihre Kontakte:

  • In welchen Bereichen benötigen Sie aktuell oder zukünftig Unterstützung?
  • Wer verfügt über die notwendigen Eigenschaften, Kompetenzen, Informationen oder Kontakte, um Ihnen helfen zu können?
  • Wer ist besonders gut geeignet, Informationen über Ihre Leistungen und Fähigkeiten zu verbreiten?
  • Welche Personen könnten von persönlicher Bedeutung sein?
  • Wer hat bereits Verbindung zu diesen Menschen oder Einfluss auf sie?

Ebenfalls nützlich für den Aufbau eines Netzwerkes ist das Bilden von Kreisen – gerne auch auf einem Blatt Papier.

  1. Der enge Kreis umfasst dabei die Personen, die in der aktuellen Situation eine wichtige Rolle spielen und zusätzlich diejenigen, die in naher Zukunft möglicherweise eine große Bedeutung erhalten werden. Den engen Kreis sollten Sie möglichst komplett mit persönlichen Kontakten abdecken.
  2. Der zweite Kreis enthält wichtige Personen und Gruppen, bei denen es vorteilhaft, aber nicht zwangsläufig erforderlich ist, mit ihnen in näheren Kontakt zu treten. Den zweiten Kreis sollten Sie weitgehend abdecken.
  3. Der dritte Kreis umschließt Personen, zu denen keine unmittelbaren beruflichen Berührungspunkte bestehen, die jedoch von Nutzen sein könnten. Hier gilt es, Fingerspitzengefühl zu zeigen und die für den Moment und für die Zukunft wichtigste Personen zu erkennen. Diesen dritten Kreis pflegen Sie nur von Zeit zu Zeit, halten ihn aber dabei im Auge.

Weiter außen stehende Personen können Sie erst mal vernachlässigen. Doch beachten Sie: In den Sie drei Kreisen herrscht ständige Bewegung. Einige Personen entfallen mit der Zeit, andere kommen hinein und wieder andere wechseln innerhalb der Kreise.

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