Flirten beim Job – heiß oder Scheiß?

//Flirten beim Job – heiß oder Scheiß?
Flirten

Flirten baut Stress ab – auch bei der Arbeit. Tiefe Blicke in die Augen, eine flüchtige Berührung an der Hand – und schon macht der Job plötzlich viel mehr Spaß. Doch bei solchen Annährungsversuchen kann einiges schief gehen …  ( Bild: © Andrey Popov Fotolia )

Vorm Flirten Verstand rauf – Trieb runter

Die Schweizer Karriereberaterin Suzana Janosevic empfiehlt dringend, bei Flirts am Arbeitsplatz besonnen vorzugehen. „Schnell brodelt die Gerüchteküche. Und schon sind Sie das Lieblings-Klatschthema auf den Fluren und in der Kantine.“ Auch wenn das „Objekt der Begierde“ positive Signale sende, sei Vorsicht angesagt.

Als Beispiel nennt sie „die neue Sekretärin, die aufreizend im Minirock den Flur entlang stöckelt“ oder den „Azubi, der seine Muskeln in engen Shirts betont.“ Das allein sei noch keine Aufforderung, aktiv zu werden. Janosevic: „Wer sich sexy kleidet, wünscht sich durchaus Anerkennung und Aufmerksamkeit. Dennoch muss die Person nicht auf Partner- oder Abenteuersuche sein.“

Sie empfiehlt Flirtinteressierten, ihren Verstand einzuschalten und erst einmal zu prüfen, ob der- oder diejenige überhaupt zu haben ist. „Besuchen Sie die Person an ihrem Arbeitsplatz. Manchmal steht ein Familienbild auf dem Schreibtisch. Dann ist Vorsicht geboten.“ Auch ein Mittagessen in größerer Runde könne Erhellendes an den Tag bringen. „Leute, die in einer glücklichen Partnerschaft sind, sprechen ab und zu darüber.“

Zuhören statt Zutexten

Wenn also der oder die Angebetete immer in der Wir-Form von Wochenend-Unternehmungen spreche, könne das ein Hinweis auf eine feste Beziehung sein. Janosevic: „Natürlich kann der Wandergefährte auch ein Hund sein. Um das herauszufinden, sollten Sie genau zuhören und ein paar unverfängliche Fragen stellen.“ Dann nimmt sie Bezug auf ein Verhalten, dass eher von Männern ausgeht: „Er möchte zeigen, wie toll er ist. Deshalb berichtet er pausenlos von eigenen Erfolgen, ohne auf die Gesprächspartnerin einzugehen.“ Das komme entgegen verbreiteter Annahme gar nicht gut an.

Flirten über kleine Aufmerksamkeiten

Laut Janosevic ist es geschickter, auf dem oder die andere einzugehen. „Zeigen Sie Interesse. Ebenfalls gut ist ein ehrliches fachliches Lob.“ Sie betont, damit seien keinesfalls platte Sprüche in Bezug auf Äußerlichkeiten gemeint. „Genau das sollten Sie vermeiden. Beziehen Sie sich besser auf unverfängliche berufliche Zusammenhänge.“ Auch kleinere Aufmerksamkeiten wie das Mitbringen eines Kaffees oder der Hinweis z. B. auf einen interessanten Zeitungsartikel seien geeignet, um mehr Nähe herzustellen.

Nachspiel statt Vorspiel oder „Vorsicht, Falle!“

Immer wieder gibt es Fälle, in denen Flirtversuche als sexuelle Belästigung ausgelegt werden. In diese Kategorie fallen anzügliche Sprüche oder Witze und unerwünschte Berührungen. Janosevic nennt ein paar Beispiele, betont aber, es komme immer auf die genaue Situation an: „Wenn Sie immer wieder zu nah an jemand heranrücken, sich von hinten über jemand Sitzendes beugen oder freizügige Streicheleinheiten austeilen, ist das sehr riskant.“ Schnell könne darauf eine Abmahnung erfolgen – und schlimmstenfalls auch eine Anzeige. In dieselbe Gefahrenklasse fallen schriftliche Zuneigungsbekundungen zum Beispiel per Whatsapp oder per E-Mail. „Beschränken Sie sich besser auf die mündliche Kommunikation. Denn was ist, wenn es schief läuft mit dem Flirt – oder eine daraus resultierende Beziehung auseinandergeht?“ Es gebe Fälle, in denen ehemaliger Partner dann in einen Krieg miteinander träten. „Alte Liebesbriefe oder erotische Posts werden dann plötzlich zur Waffe.“ (Birgit Lutzer)

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