Hey Boss, ich will mehr Kohle!

//Hey Boss, ich will mehr Kohle!
Mehr Kohle

Mehr Kohle wünschen sich viele Arbeitnehmer. Doch wann ist der beste Zeitpunkt für eine Gehaltsverhandlung? Und wie baut man ein solches Gespräch am besten auf? ( Bild: © vectorfusionart / Fotolia )

Klar ist: Mehr Kohle kriegen Sie auf keinen Fall einfach von alleine. Denn die meisten Chefs denken wirtschaftlich. Sie versuchen, so viel Leistung für so wenig Geld wie möglich zu erhalten. Also müssen im Zweifelsfall Sie den Anstoß geben. Karriere-Experten sind sich einig: Ein Gespräch über mehr Geld ist dann am besten, wenn

  • es der Firma gut geht (z. B. erkennbar aus dem Geschäftsbericht)
  • der/die Vorgesetzte gute Laune hat
  • Sie wissen, dass Ihre Kollegen bei gleicher Arbeit mehr als Sie verdienen
  • Ihnen ein konkretes anderes Jobangebot vorliegt
  • Sie sich weitergebildet oder Ihre Kompetenzen auf anderem Weg erweitert haben

Mehr Kohle – umschiffen Sie das Wort „Gehaltserhöhung“

Wenn Sie Ihren Boss direkt aufs Brot schmieren, über was Sie mit ihm reden wollen, blockt er vielleicht ab. Oder er hält Sie hin, damit Sie Ruhe geben. Ersetzen Sie das Thema „Gehaltserhöhung“ durch „meine Leistung“. Ein Beispiel: „Ich möchte mit Ihnen über meine Leistungen und Entwicklungsperspektiven im Unternehmen sprechen.“

Knüpfen Sie für mehr Kohle an einem aktuellen Erfolg an

Zu Gesprächsbeginn wird der Chef Sie fragen, um was genau es geht. Jetzt sollten Sie einen „frischen“ Erfolg aus dem Hut zaubern. Beispielsweise haben Sie eine große Maschine verkauft. Oder einen neuen Kunden gewonnen. Oder einen verärgerten Abnehmer besänftigt, so dass er doch noch einen Folgeauftrag gegeben hat. Das richtet die Aufmerksamkeit des Vorgesetzten auf den Nutzen, den Sie der Firma bringen.

Führen Sie einen Leistungsnachweis

Wenn der Chef wissen möchte, was Sie denn außerdem noch eingebracht haben, sollten Sie Antwort parat haben. Damit Sie auch wirklich alle Highlights nennen können, schreiben Sie Ihre Erfolge und Leistungen in eine Art Tagebuch. Und zwar mit Datums- oder Zeitangabe. Denn so können Sie nachweisen, dass Sie ein Dauerbrenner sind. Und dann leiten Sie zu Ihrem Wunsch nach einer Gehaltsanpassung über.

Achtung, der Chef öffnet die „Kollegenfalle“!

Oft blocken Bosse den Wunsch nach mehr Geld mit dem Argument ab, die anderen Mitarbeiter würden auch nur wenig verdienen. „Das würde unsere Gehaltsstruktur sprengen und im Kollegenkreis für Ärger sorgen“, heißt es dann. Gehen Sie darauf ein, haben Sie verloren. Antworten Sie darauf ganz einfach: „Ich möchte mit Ihnen nicht über die Kollegen, sondern über meine Leistung und deren angemessene Vergütung sprechen.“

Fordern Sie ausreichend mehr Geld

Wenn der Boss Ihnen großzügig 50 Euro mehr anbietet, ist das in den meisten Fällen viel zu wenig. Denn mit dem neu verhandelten Gehalt müssen Sie für die nächsten anderthalb Jahre auskommen. So sagt es jedenfalls die ungeschriebene Regel. Ihr Ziel sollte eine Erhöhung von mindestens fünf Prozent sein. Für Verhandlungsspielraum fordern Sie am besten das Eineinhalbfache der aktuellen Bezüge. Dies setzt allerdings eine lange und überzeugende Erfolgsliste voraus.

Wenn der Chef stur mehr Kohle verweigert

Bleibt ihr Vorgesetzter dabei, Ihren Wunsch nach mehr Gehalt abzublocken, hilft die Frage: „Was müsste ich in einem Jahr geleistet haben, damit Sie mir mehr zahlen?“ Wenn er konkrete Ziele und Aufgaben benennt, halten Sie diese schriftlich fest und schicken Sie ihm dies als Protokoll. Eiert er herum, denken Sie daran: Wenn Sie zu einer anderen Firma wechseln, sind oft bis zu 25 Prozent mehr Kohle drin. (Birgit Lutzer)

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