Planlos auf die Karriereleiter?

//Planlos auf die Karriereleiter?
Karriereleiter

Eine Karriereleiter lässt sich nur mit einem Plan hochklettern. Viele Menschen meinen jedoch, ihr nächster beruflicher Schritt müsse sich „irgendwie“ ergeben. Doch das ist ein Irrtum. Gastbeitrag von Jörg Konrad Unkrig.

Eine Richtschnur für den beruflichen Lebensweg zu spannen und damit Stufen für den Aufstieg einzuplanen, ist auf sinnvoll. Doch die meisten von uns überschätzen das, was sie in einem Jahr erreichen können. Aber das, was in zehn Jahren erreichbar ist, unterschätzen sie. Und genau an diesem Punkt setzt Karriereplanung an.

Was genau möchten Sie durch die Karriereleiter erreichen?

Planungen sind immer zukunftsbezogen. Damit haben sie etwas Ungewisses an sich. Selbst sehr gute Zukunftsforscher haben mit 100-prozentigen Trefferquoten ihre Schwierigkeiten. Was Sie als Planender aber machen können, ist, durch Ihr Aktivwerden Einfluss auf Ihre Zukunft zu nehmen.

Zunächst müssen Sie sich darüber klarwerden, was genau Karriere für Sie bedeutet. Am besten machen Sie dies nicht ausschließlich vom Jahresnettoeinkommen abhängig. Es geht um eine Entwicklung entsprechend Ihrer persönlichen Werte und Ziele im Leben und im Beruf.  Auch ein scheinbarer Rückschritt kann einen Fortschritt bewirken.

Jedes Berufsleben hat Abschnitte

Im Laufe des Berufslebens durchschreiten Sie mehrere Phasen. Diese können von unterschiedlicher Dauer sein. Durchschnittlich umfassen sie aber die bereits erwähnten zehn Jahre:

  • Einstieg (Alter: 16 – 25, erste Orientierung, Berufsauswahl, Berufsbeginn)
  • Karriere (Alter: 25 – 35, hohe Motivation, Lernen, Karriere- und Erfolgs-Orientierung)
  • Konzentration (Alter: 35 – 45, Frage der Spezialisierung wird wichtig)
  • Sinnfindung (Alter: 45 – 55, Frage nach Sinn und Erfüllung im Beruf)
  • Abschluss (Alter 55 – 65, teilweise Umorientierung auf andere Werte)

In jeder Phase können Sie durch Planung wichtig Schritte für Ihre berufliche Entwicklung machen. Gerade der Beginn einer jeden Stufe ist ein geeigneter Zeitpunkt. Es geht darum, Ihre für die nächsten Jahre bedeutsamen persönlichen Ziele festzulegen sowie die Rahmenbedingungen abzustecken. Dabei können sich unterschiedliche Szenarien herauskristallisieren. Diese bewerten Sie mit Blick auf Ihre Ziele, wägen ab und entscheiden sich für einen Weg oder eine Reihenfolge.

Und wenn Sie auf der Karriereleiter mal daneben treten?

Nicht alle seine Ziele können Sie auch erreichen. Stellen wir uns vor, Sie wollen mit dem Auto von Hamburg nach München fahren. Sie stellen die Route bei Ihrem Navigationsgerät ein und fahren los. Unterwegs beschließen Sie, wegen Autobahnsperrungen nach Frankfurt zu fahren. Was macht Ihr Navi? Es nimmt als neue Ausgangsbasis die Strecke, die Sie bisher zurückgelegt haben und leitet sie von dort aus nach Frankfurt. Ähnlich ist das mit Ihrer Karriere. Wenn Sie ein Ziel verfehlen, fangen Sie nicht wieder bei Null an. Sie behalten Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen. Sie nehmen nur einen anderen Weg. Und so geht es dann Schritt für Schritt hoch auf die Karriereleiter.

Über Jörg Konrad Unkrig

KarriereleiterEr ist Kriminaldirektor und Diplom-Verwaltungswirt (FH). In seinen Tätigkeiten als Bodyguard und als Ermittler in den Bereichen der Schwerstkriminalität hat er sich in den Bereichen Kommunikation, Wahrnehmung und Lernen intensiv fortgebildet. Nach seinem Wechsel in das Topmanagement der Polizei hat er sich zudem in den Bereichen Karriere und Führung spezialisiert. Seit über 10 Jahren arbeitet er deutschlandweit als Führungskräfte-, Kompetenz- und Kommunikationstrainer, u.a. an verschiedenen öffentlichen Instituten, der Fachhochschule NRW und der Fortbildungsakademie Mont Cenis NRW. Einen weiteren Schwerpunkt legt er auf Crossmentoring, bei dem er insbesondere junge Führungskräfte (First Line) aus unterschiedlichen Unternehmen als Mentor begleitet. Unkrig schreibt wöchentlich mit Gastautoren zu diesen Themen in seinem Blog auf www.unkrig-personalcoaching.de und auch als Autor für verschiedene Fachzeitschriften.

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