Schläfst auch du mit deinem Smartphone?

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Smartphone

Das Smartphone ist ewiger Begleiter vieler Leute. Das Signal beim Nachrichten-Eingang löst einen Griff- und Starrmodus aus. Und zwar unabhängig davon, ob derjenige gerade etwas isst, ein Date hat, eine Familienfeier besucht oder sich im Bett aufhält. Doch warum ist das so? Und wie wirkt sich das auf unsere Begegnungen mit anderen aus? ( Bild: © upslim / Fotolia )

Forscher fanden heraus, dass wir jeden Tag ungefähr 150 Mal auf das Display unseres Smartphones schauen. Ein guter Kumpel hat seinen Facebook-Status geändert. Ein anderer schickt per WhatsApp ein lustiges Video. Sogar dann, wenn geschäftliche Nachrichten eintrudeln, reagieren die meisten von uns sofort.

Der Mensch gegenüber ist uninteressant

Und all das ist für einen Moment wichtiger als die reale Situation oder die Personen, mit denen wir gerade zusammensitzen. In manchen Gruppen findet die Kommunikation nur so statt, dass jeder Beteiligte auf sein Smartphone starrt. Ab und zu lacht jemand und hält seinem Sitznachbarn das eigene Display vor die Nase. Direkte Gespräche sind Fehlanzeige. Doch niemand stört sich daran, oder?

Sind wir alle Smartphone Junkies?

Manche Psychologen erklären dieses Verhalten mit einer Art Sucht. Wir tun etwas und erhalten sofort eine Belohnung. Das kann eine Information sein, ein Filmchen oder ein netter Austausch mit der allerbesten Freundin. Die vielleicht langweilige oder anstrengende Realität ist auf einen Schlag unwichtig, weil sie wie die Kulissen eines Theaters im Boden verschwindet.

Flucht aus der öden Wirklichkeit mit dem Smartphone

Auch Wartezeiten können mit dem Smartphone bequem überbrückt werden. Der Mensch hat das Gefühl, trotzdem etwas Sinnvolles zu tun. Er holt sich einen sofort wirksamen „Energiedrink“ für sein Nervenkostüm. Andererseits sorgen die ständige Erreichbarkeit und die damit verbundene Reizüberflutung für Stress. Immer mehr Leuten fällt das Abschalten schwer. Dann greifen sie zum Smartphone und verstärken den Effekt noch.

Echte Begegnungen lassen sich schlecht digitalisieren

Auch Jordan Grafman, Neurologieprofessor an der Northwestern University in Illinois, sieht diese beiden Seiten. Er sagt: „Der Smartphone-Gebrauch verändert uns positiv, als es uns bei der Orientierung hilft und erlaubt, Informationen schneller zu übermitteln.“ Negativ sei es aber zu bewerten, wenn das Smartphone Ersatz für eine direkte Begegnung werde. Grafman: „Zentrale Aspekte sozialer Kommunikation wie Anwesenheit, Gestik und Mimik fallen dabei unter den Tisch.“

Kuscheln statt Smartphone ist vielleicht auch eine Idee

Abgesehen davon, zeugt der ständige Gebrauch des Smartphones in Gesellschaft von schlechten Manieren. Doch wie so oft, kommt es auf das Maß an. Den ständigen Begleiter ganz abzuschalten, ist keine Lösung. Doch wann Nachrichten beantwortet oder Informationen gesucht werden, ist die Entscheidung des Nutzers. Und das kann auch mal nach einer intensiven Begegnung sein. Zum Beispiel im Bett … (Birgit Lutzer)

 

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