Verteilzeit gibt’s auch im Heavy Metal

//Verteilzeit gibt’s auch im Heavy Metal
Verteilzeit

Verteilzeit ist nach REFA die Zeit, die zusätzlich zur Erfüllung einer Aufgabe anfällt. Nehmen wir mal das Befestigen eines AC/DC-Aufnähers mit Nadel und Faden an eine Heavy-Metal-Kutte.  ( Bild: ©  LIGHTFIELD STUDIOS  / Fotolia )

Eine Kutte ist eine Jeansweste mit Stickern und Abzeichen der Lieblings-Band des Trägers. Und die Aufnäher müssen irgendwie befestigt werden. Aufbügeln ist erstens uncool und zweitens löst sich das Abzeichen dann oft ziemlich schnell wieder. Das gleiche gilt für das Nutzen von Teppich-Klebeband.  Also, es soll genäht werden. Wir haben damit die Kern-Tätigkeit.

Verteilzeit nervt, ist aber nötiger Aufwand

Hinzu kommen Dinge wie Nähzeug aus der Schublade holen, Zwirn suchen und finden, Faden abwickeln, das lästige Einfädeln und so weiter. Das dauert zwar, doch nur mit diesen Handlungen kann die Kerntätigkeit ausgeführt werden. Bei REFA heißt das die „sachliche Verteilzeit“. Im Betrieb wird die für Arbeiten ermittelt. Natürlich soll die sachliche Verteilzeit möglichst niedrig sein. REFA-Fachleute überlegen dann, wie man diese notwendigen Zusatz-Schleifen möglichst zeitsparend erfüllen kann.

Auch ein Kutten-Näher muss mal

Zusätzlich zu dieser sachlichen Verteilzeit kommt die persönliche Verteilzeit. Wenn der Kutten-Näher zwischendurch mal aufs Klo muss, ist Pause. Oder wenn er sich die Nadel in den Finger rammt, so dass das Blut spritzt. Manchmal ist die Arbeit auch sehr anstrengend, wenn nämlich der Aufnäher-Stoff und der Jeansstoff sehr dick sind. Da kommen die stärksten Männer ins Schwitzen. Und die Hand muss mal ausgeruht werden.

In manchen Firmen ist die persönliche Verteilzeit festgesetzt

In manchen Unternehmen ist die persönliche Verteilzeit der Mitarbeiter auf fünf Prozent der „Grundzeit“ festgesetzt. Darunter versteht man den Gesamt-Zeitaufwand z. B. für die Herstellung eines Produkts oder auch die Durchführung einer bestimmten Tätigkeit. Dabei werden alle Zeitabschnitte zusammengezählt. Auch die Wartezeiten zwischendrin.

Gut, dass der Metal-Fan seine Kutte freiwillig mit dem AC/DC-Zeichen benäht. Und dass niemand kontrolliert, wie lang er nach einem Pflaster sucht oder sein Geschäft in der Keramik-Abteilung verrichtet. Das muss er dann am nächsten Tag bei der Arbeit wieder über sich ergehen lassen. (Birgit Lutzer)

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