Zum „Du“ gezwungen – was tun?

//Zum „Du“ gezwungen – was tun?
Du

Du ist eine Anrede, die eigentlich Vertrautheit und Nähe ausdrücken soll. Doch was ist, wenn das „Du“ als Kommunikationsform durch ein Stelleninserat vorgegeben oder einem Team von oben verordnet wird?  ( Bild: © K.-P. Adler / Fotolia )

Eine Job-Ausschreibung dient auch der Imagepflege des Arbeitgebers

Im Geschäftsleben hat das „Du“ Hochkonjunktur. Immer mehr Stellenanzeigen sind in der Du-Form verfasst, selbst wenn konservative Unternehmen erfahrene Fachkräfte suchen. Ein Stelleninserat auch ein Instrument, ein bestimmtes Image zu transportieren (und damit einen speziellen Menschentypus anzusprechen). Die Anzeige macht glauben, es handele sich um eine coole Firma mit flachen Hierarchien und lockeren Umgangsformen.

Das „Du“ im Stelleninserat soll Sympathie aufbauen

Ein weiterer Grund für die informelle Ansprache potenzieller Mitarbeiter besteht darin, eine Vertrautheit aufzubauen und die Hemmschwelle zu senken, mit dem Unternehmen Kontakt aufzunehmen. Doch was ist die beste Reaktion auf das vorgegebene „Du“? Personalexperten empfehlen, im Einzelfall zu entscheiden, ob die Bewerbung an „Jürgen“ oder an „Herrn Müller“ geschickt wird.

Sie-Typen sollten immer die formelle Anrede wählen

Ausschlaggebend ist zunächst das eigene Empfinden. Wer sich mit einem „Du“ unwohl fühlt, sollte in jedem Fall die formelle Anrede wählen. Dann kommt es darauf an, ob es sich um ein konservatives Traditionsunternehmen handelt, um eine hippe Werbeagentur oder ein Call-Center. Nur bei den beiden letzten Beispielen ist es ratsam, das Du aufzugreifen.

Das Zwangs-Du im Team kann für Unruhe sorgen

Ähnliche Verwirrung kann entstehen, wenn eine Führungskraft einem Team das „Du“ als Anrede vorgibt oder wenn ein Neuer in das „Du“ einer sich vertrauten Arbeitsgruppe einbezogen wird. Manchmal haben Personen ein Störgefühl dabei und schwenken in anderen Zusammenhängen (z. B. ein Telefonat oder bei einer Einzelbegegnung) wieder auf das „Sie“ um. Das einseitige Zurückziehen des „Du“ wird immer als harsche Zurückweisung vom Gesprächspartner empfunden.

Die Anrede zu vermeiden, ist manchmal der beste Weg

Noch komplizierter wird es, wenn der Zurückweiser bei der nächsten Gruppensitzung wieder das lockere „Du“ wählt. Die Folge in der Regel eine Störung auf der Beziehungsebene. Diese könnte nur durch offene Kommunikation zwischen den Beteiligten beseitigt werden. Die einfachste Lösung ist das Vermeiden der direkten Ansprache. Oder ein „Die Anrede können Sie halten, wie du willst!“ (Birgit Lutzer)

 

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